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Der Orden in Deutschland

Bereits im Hochmittelalter gab es auf deutschem Boden mindestens eine Kommende, also ein Gut / Standort des Lazarus-Ordens, das sich der Sorge um Leprakranke annahm, eine bis in die Neuzeit hinein gefürchtete Krankheit, die den Erkrankten stigmatisierte und zum Aussätzigen der Gesellschaft machte. Nachdem dies bereits im Heiligen Land das wichtigste Tätigkeitsfeld der Gemeinschaft war, wurde dies auch in den Besitzungen in ganz Westeuropa zur Aufgabe.Zudem übernahmen die Ordenssitze den Pilgerschutz.

Der Ort Schlatt im heutigen Baden-Württemberg war dabei eine der Keimzellen des Ordens in Deutschland, die bereits im Statutenbuch von Seedorf von 1321, der ältesten überlieferten Ordensregel, erwähnt wurde. Heute Standort der (inaktiven) Urkommende Schlatt.

Ein weiterer historischer Ort der ersten Niederlassungen des Ordens war in Gotha, hier im Hospital Maria Magdalena. 1223 wurde das Hospital wurde durch die Landgräfin Elisabeth von Thüringen gegründet und dem Lazarus Orden überantwortet. Gründung der ersten Komturei in Mitteldeutschland (Urkommende). Es folgten Außenstellen in Braunsroda, Helmsdorf und der Nesselhof. Diese Urkommende wurde bereits im 14. Jahrhundert aufgelöst. Der Orden ist daher in Mitteldeutschland nicht mehr vertreten.

Nach der Neuorganisation des internationalen Ordens im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Mitglieder auch außerhalb Frankreichs an, sodass in Deutschland ein Großpriorat unter Friedrich Fürst von Hohenzollern spätestens 1935 gegründet war.

Seit den 1970er Jahren besteht wieder eine deutsche Jurisdiktion, die unter der Bezeichnung Großballei fungiert. Dieser Begriff bezeichnet seit dem 13. Jahrhundert die Ordensprovinz eines Ritterordens. Die Großballei gliedert sich wiederum in regionale Kommenden. An der Spitze der Jurisdiktion steht ein Großballi, der vom Balli vertreten wird. Die Kommenden werden jeweils von einem Kommendator geleitet. Auf allen Ebenen wirkt ein Kapitel (Ordensregierung in Deutschland) an den Entscheidungen mit, das nach den Statuten der Großballei die Geschäfte führt und dessen Entscheidungen für alle Ordensmitglieder der Jurisditkion verbindlich sind.

Den hospitalischen Arm bilden die Deutsche Lazarus Stiftung und der gemeinnützige Lazarus e.V.