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Lepra Wochenende vom 18. -19.5.2019 der Kommende Rheinland

Die Kommende Rheinland verbrachte vom 18. – 19.5.2019 ein spannendes Wochenende zum Thema Lepra.

Am Samstag, den 18.5.2019 wurde die Geschichte dieser Erkrankung bei einem Besuch des Lepramuseums Kinderhaus in Münster erforscht. Roswitha Fessler-Ketteler, Sonja Dieckmann, Christopher Lange, Prof. Dr. Ingo Reichard und der Kommendator trafen sich um 11 Uhr am Museum. Es folgte eine fachkundige Führung durch den Leiter des Museums und Vorsitzenden der Gesellschaft für Leprakunde Dr. Ralf Klötzer (Historiker und Archivar).
Die Kirche und das Heiligenhäuschen mit den Skulpturen der HL. Gertrud und des Hl. Lazarus mit dem Opferstock für die Leprosen wurde besichtigt, anschließend wurde das Außengelände mit Wiesen, Wald, einem Bach und einem Garten mit Brunnen erkundet.
In den Museumsräumen, früher Wohnung und Amtsräume des Amtmannes, der das Leprosorium leitete, gab es interessante Exponate, wie die Nachbildung einer Klapper, Bilder, aber auch menschliche Präparate, die die Auswirkungen der Erkrankung zeigten. Auf frühe Behandlungsversuche und auch die aktuelle medikamentöse Behandlung wurde eingegangen.
Beeindruckt vom Gesehenen und versorgt mit reichhaltiger Literatur aus dem Museumsshop, für die wir spendeten, fuhren wir weiter zu Ordensschwester Roswitha Fessler-Ketteler, die uns auf ihrem Anwesen in Ibbenbüren willkommen hieß. Dort konnten wir uns bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen stärken und bei einem Spaziergang durch den Park das Gesehene nochmal reflektieren.
Dann durften wir sehen, das das Archiv des Ordens geradezu luxuriös untergebracht ist.
Die Kisten mit den Ordensjournalen und den anderen Schriftstücken müssen nur noch ausgepackt und geordnet in noch zu beschaffende Regale eingeräumt werden.
Ein schöner alter Schreibtisch mit Blick auf weite Rasenflächen und alte Bäume lädt ein, mit dieser Arbeit zu beginnen.
Ein herzliches Dankeschön an Roswitha für ihre Gastfreundschaft und die Aufnahme des Ordensarchivs.

Während der Samstag der Historie der Lepra gewidmet war, ging es am Sonntag, den 19.5. 2019  um die immer noch schreckliche Gegenwart dieser Erkrankung. 
Unserem Hospitalier emeritus Dr. Axel Mittelstaedt verdanken wir den Hinweis, dass Dr. Remy Rousselot nach Deutschland kommt. Nach lebhaftem Austausch von Mails mit Pfr. Hans Köpke stand der Termin.
Der Kommendator konnte am 19.5. Dr. Remy Rousselot, Pfr. Hans Köpke und Herrn Kama Rana im Alexius Josef Krankenhaus Neuss begrüssen. Von der Kommende anwesend waren Dr. Axel Mittelstaedt und Gattin, Fr. Dr. Edna Hoffmann, Prof Dr. Ingo Reichardt, Dr. Gerckens und Gattin und Johannes Hoetzel. Auch der Leprosier des Ordens Dr. Winters und Gattin gaben uns die Ehre ihres Besuchs.
Nach einleitenden Worten des Kommendators zur Geschichte des Alexius Josef Krankenhauses, das durch die Fusion der Männer Psychiatrie der Alexianer Brüder und der Frauen Psychiatrie der Augustinnerinnen entstand und letztlich zu einem modernen Zentrum für seelische Gesundheit führte, in dessen Architektur Alt und Neu zu einer gelungenen Symbiose wurde, folgte der spannende und bewegende Vortrag von Dr. Rousselot.
Den Vortrag von Dr. Rousselot füge ich dem Bericht bei, denn so kann man am besten nachspüren, was diese Erkrankung, die in unserem Land fast völlig vergessen ist, noch heute für Leid verursacht.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria des Krankenhauses wurde weiter diskutiert, gefragt und Dr. Rousselot und Kama Rana gaben uns einen lebendigen Einblick in ihre Tätigkeit in ihrem Hospital.
Anschliessend sahen wir mit der technischen Unterstützung von Johannes Hoetzel noch einen Film von 1996 über den Besuch einer Delegation des Lazarus Ordensin der letzten Leprakolonie Europas in Tichilesti, Rumänien.
Ein kleiner Rundgang durch Krankenhaus und Außengelände beendete das Symposion.
Dabei konnte der Kommendator noch auf die mögliche frühere Lage des Neusser Leprosoriums auf dem Gelände des Mutterhauses als historische Adnote verweisen.
Alle Gäste äußerten sich sehr positiv über die Veranstaltung und das Alexius Josef Krankenhaus.
Neben dem Vortragshonorar des Krankenhauses konnte Dr. Rousselot noch einen Umschlag mit spontanen Spenden der anwesenden Kommendenmitglieder für sein ausschließlich durch Spenden unterhaltenes Krankenhaus mitnehmen.


Dr. med. Joachim Gutzke CLJ

Kommendator im Rheinland